Renate Liebl´s Weinwelt

Weingenuss im Küren

Renate Liebl Diplom Sommeliere
Renate Liebl Diplom Sommeliere

Weingenuss in den Bergen. Die etwas andere Art von Weinseminar.

Weinreisen durch die herrliche Vielfalt der unterschiedlichen Rebsorten, verbunden mit Erlebnistagen rund um den Wein. Dazu lade ich Sie herzlich in die Berge ein. Das Kennen-, Schmecken-, Genießen lernen verpackt in relaxte Urlaubstage biete ich Ihnen im Kleinwalsertal. Umgeben von Natur pur, viel Literatur angefangen von Fachbüchern über die Welt des Weines bis zu spannenden Weinkrimis in der hoteleigenen Bibliothek und interessanten Verkostungen im Restaurant ist das Weinerlebnis im Küren stets ein Genuss. Sie möchten sich mit Freunden auf eine Weinreise durch Österreich begeben, die unterschiedlichen Facetten von Grünem Veltliner, Zweigelt, Blaufränkisch …. kennen lernen? Sie interessieren sich für weniger bekannte Rebsorten? Ich freue mich auf Sie und spannende Verkostungserlebnisse.

Renate Liebl
Diplom Sommeliere (Mitglied im Fachverband der unabhängigen Weinreferenten)

Hirschegg, den 14. December 2019

 


Weinreise ins Reich der Mitte

Gruppenbild der FuWies vor dem Weingut Changyu
Gruppenbild der FuWies vor dem Weingut Changyu

Zugegeben, wenn man erzählt, dass man eine Weinreise nach China vor sich hat, erntet man viele irritierte Blicke und Sätze wie: „ich wusste gar nicht, dass China Weinbau betreibt“ und Ähnliches.
Wir, eine Gruppe vom Fachverband der unabhängigen Weinreferenten (FuW) haben uns auf dieses Abenteuer eingelassen. „FuWie“ Jörg Philipp und seine Frau Wsana haben vor Ort für den FuW enorm viel Zeit in die Vorbereitung dieser Reise investiert. Beide sind in China im Weinbusiness tätig und kennen sich bestens aus. So kamen wir in den Genuss ein breit gefächertes Spektrum an Betrieben und Gebieten besuchen zu dürfen. China an sich ist nun kein Land, das man bereisen kann wie die Weinbaugebiete von Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich…… . Es braucht für jedes Weingut eine Einladung, einen kleinen oder großen Regieplan, was soll gezeigt werden, was soll verkostet werden, wer begleitet die FuW-Gruppe zum Essen. Dort folgte dann die Sitzordnung: Wer sitzt neben wem, wer ist sehr wichtig und wird plaziert oder wer ist nicht so wichtig und darf sich seinen Platz aussuchen. Begrüßungsreden, Trinksprüche, einheimische Küche, Essen mit Stäbchen am runden Tisch, Gastgebergeschenke, … .  Über allen schwebt zu jeder Zeit die Etikette die es einzuhalten gilt. Man will die Gastgeber nicht brüskieren und als 16 Mann/Frau starke Gruppe von Weinfachleuten einen guten Eindruck hinterlassen. Es war ein herrlich bunter Mix an neuen Eindrücken. Sich unvoreingenommen darauf einlassen und höchst vorsichtig zu sein bei dem Trinkspruch „Ganbei“ (trockenes Glas) was so viel wie „auf Ex“ heißt. Uns diesbezüglich recht ungeübten Europäern, auf diesem Gebiet, wurde schnell klar, dass wir mit Trinksprüchen (ab einer gewissen Menge) auf jeden Fall Zurückhaltung üben

Kellereibesichtigung COFCO GreatWall. Man beachte Die Größe der Menschen und die gigantischen Edelstahltanks
Kellereibesichtigung COFCO GreatWall. Man beachte Die Größe der Menschen und die gigantischen Edelstahltanks

Wir landeten also am Sonntag (13.10.) gegen Mittag in Beejing (Peking) um gleich ins nächste Flugzeug zu steigen und in das Weinbaugebiet Penglai/Yantai zu fliegen. Im Penglai Guobin Winery Hotel im Stil der Tang Dynastie hatten wir das erste Dinner und Tasting. Wir verkosteten Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Syrah, Süßwein (Petit Manseng & Malvasia) und Cabernet Franc und mühten uns redlich im Stäbchenessen.
Am nächsten Morgen (14.10.) nach dem typischen chinesischen Frühstück mit Suppe, Gemüse, Reis, Nudeln ….und viel Tee (Kaffee steht leider nicht auf dem Frühstückplan in China) stand zuallererst die Betriebsbesichtigung im Weingut Guobin auf dem Programm und anschließend fuhren wir in unseren ersten chinesischen Weinberg.
Danach besuchten wir das Weingut COFCO GreatWall. Die Dimensionen der riesigen Tanks im Keller und der daraus erfolgenden Peripherie waren beeindruckend. Mit 700 Hektar/ rund 10 Millionen Flaschen einer der Big Player in China. Zu verkosten gab es Chardonnay, Cuveés aus Cabernet Sauvignon, Marselan und Syrah sowie einen Sparkling Wine aus der Muskatellerrebe.

Barocke Gebäudenachbildung im Loirestil am Wegesrand
Barocke Gebäudenachbildung im Loirestil am Wegesrand

Anschließend ging es mit dem Bus weiter zum nächsten Weingut Changyu Industrial Area, Koya Brandy und Chateau Castel. Auf dem Weg dahin passierten wir im Vorbeifahren Nachbildungen von Loireschlössern und Chateaus im europäischen Stil in vielerlei Ausführungen.

Diese Nachbildungen auf der „grünen Wiese“ zu sehen hatte einen feinen Touch von Disneyworld.

4. Barocke Gebäudenachbildungen nach europäischem Vorbild am Wegesrand
4. Barocke Gebäudenachbildungen nach europäischem Vorbild am Wegesrand

Angekommen in Changyu Wine City lag uns das Wort Gigantomanie ganz vorne auf der Zunge. Seit 2005 berät Lenz Moser das Weinimperium und seit 2015 werden chinesische Weine nach französischem Vorbild produziert. Die Verkostung begleitet von viel Presserummel bestand aus Welschriesling, Chardonnay, Blanc de Noir Cabernet Sauvignons, Cabernet gemischt und dem ebenfalls produzierten Weinbrand Koya.

Mit Gloria im Weinberg bei Pula Valley
Mit Gloria im Weinberg bei Pula Valley

Nach dieser gigantisch riesigen Anlage fuhren wir weiter in ein kleines Weingut Pula Valley über das wir dann auf den zweiten Blick erfuhren, dass es ebenfalls Teil einer sehr großen Anlage mit lauter kleinen Weingütern eines neben dem anderen und alle hübsch unterschiedlich in Optik war. Die verkosteten Weine Welchriesling, Chardonnay, Marselan, Cabernet Sauvignons und Petit Marsanne zeigten die Handschrift der winemakerin Gloria welche auch an der Uni Weinbau lehrt. Bei ihr lag der Fokus nicht auf Gebäude und Größe, sondern im Weinberg und in der Kellerarbeit.

Wuzhong Ningxia. Huida Winery Region Hongsibu
Wuzhong Ningxia. Huida Winery Region Hongsibu

Von Pula Valley führte der Weg ins Hotel zu einem abendlichen Dinner und Tasting mit Gloria.  Am nächsten Morgen (15.10.) flogen wir weiter in die Region Wuzhong/ Ningxia und dort in die Huida Winery mit Besichtigung Verkostung und zusätzlicher Verkostung von Weinen aus der Region Hongsibu. Die Rebsorten Chardonnay, Viognier, Cabernet Sauvignon, Weine mit 24 Monate in der Amphore und Fassproben von Pinot Noir und Cabernet Franc.

10. Die Trauben kommen ins Weingut und werden nach dem Rebeln einer Qualitätskontrolle unterzogen
10. Die Trauben kommen ins Weingut und werden nach dem Rebeln einer Qualitätskontrolle unterzogen

Abends das nun schon gewohnte Dinner und Tasting in diesem Fall nach islamischen Grundsätzen. Bei Huida ist der winemaker Li Cai Moslem. Entsprechend schwierig ist es für den sehr talentierten jungen Winzer seinen Traum zu leben und der Abneigung seiner gläubigen Familie gegen Alkohol gerecht zu werden. Der 2017 Cabernet Sauvignon von Weingut Huida war ein absolutes Highlight auf dieser Weinreise.

Am nächsten Morgen (16.10.) fuhren wir mit dem Bus weiter zum Weingut Xige Winery. Ein modernes und komplett durchdesigntes Weingut.  Hightech von A-Z. Nach der üblichen Betriebsbesichtigung, Gruppenbilder und Tasting gab es in diesem Weingut neben den beiden Weinen des Weingutes Welschriesling/Ugni blanc und Cabernet Sauvignon noch eine Querverkostung mit Rotweinen der Weingüter Prinzess, Chateau Rond Yuanne, Weingut Modern, Chateau Gu Cheng Ren Jia und das Weingut Weijiani aus Quintongxia.

Beim anschließenden Besuch Gezishan (ein Weingartenprojekt von Qintongxia/Ningxia) lernten wir, von Mr. Dong (president wine assiciation), daß in dieser Region die Reben im Winter vergraben werden. Es ist einfach zu kalt. Die Rebstöcke würden das nicht überstehen. Also werden die Reben soweit als möglich umgebogen und mit Erde mit Erde bedeckt. Sehr viel zusätzliche Arbeit. Das Eingraben im Herbst, das Ausgraben am Ende des Winters, das erneute Befestigen …. .Das macht ein Rebstock natürlich nur ein paar Jahre mit. Sowie das Holz zu dick wird, ziehen die Arbeiter aus dem Hauptstock einen neuen Ableger. Ganz viele Weingüter arbeiten ohne Unterlagsreben, will heißen in China ist die Reblaus keine Gefahr für wurzelechte Rebstöcke. Darauf folgte die Besichtigung des Weingartens, der Kelleranlage und Verkostung auf dem Weingut Weijani, gefolgt vom gleichen Ablauf beim Weingut Guchengrenjia bei welchem der Cabernet Gernischt (Carménère) ganz besonders erwähnenswert ist.

Dann gab es einen kleinen Ausflug zum Sonnenuntergang am Yangtse mit Besichtigung der kulturellen Area of Huanghelou und dem Yellow River Tempel. Das war unser erster Besuch einer touristischen Sehenswürdigkeit die nicht mit Wein zu tun hatte.

Das Dinner mit Tasting begleitete Mr. Wang von Guchengrenija.

14. Yellow River Tempel Area of Huanghelou am Yangtse
14. Yellow River Tempel Area of Huanghelou am Yangtse
15. Masterplan von Chateau Terroir zugehörig COFCO GreatWall
15. Masterplan von Chateau Terroir zugehörig COFCO GreatWall

Am nächsten Morgen (17.10.) stand nach einer Busfahrt über Land mit Ausblick auf sehr ausgedehnte Rebflächen ein weiteres Riesenweingut auf dem Reiseplan. Das Weingut Chateau Terroir zugehörig COFCO GreatWall. Wieder ein durch und durch designtes Weingut mit riesigen Dimensionen und sehr ambitionierten Erweiterungsplänen, sehr schickem Ambiente, großen Zukunftsplänen am Fuß der Helen Mountains. Die Verkostung der 3 Weine dieses noch sehr jungen wenn auch riesigen Weingutes brachte eine Überraschung zutage. Welschriesling und Cabernet Sauvignon sind uns nun schon vertraut, aber eine Cuveé von Cabernet Sauvignon und Dornfelder hatten wir bis dato noch nicht im Glas.

Und dann kam mein persönliches Highlight auf dieser Weinreise. Wir fuhren auf den Hof von Emma Gao Silver Heigh Winery und fühlten uns alle sofort zuhause. Die Herzlichkeit der Winzerin, der üppige Bauerngarten, die Tiere die herumliefen, einfach das ganze Ambiente dieses kleinen Weingutes. Details mit sehr persönlichem Touch wohin der Blick auch fiel. Jeder bekam einen herzlichen Händedruck und ein Weinglas in die Hand. Und dann …. ab in den Weinkeller. Jungweinprobe von Welschriesling, Sauvignon Blanc und Chardonnay. Herrlich. Danach auf die Terrasse zur Verkostung von Pinot Noir und anschließend (der Wind vertrieb uns ins Häuschen) Verkostung von Sumit (Cuvée CS/ME) in verschiedenen Jahrgängen und Ausbaustufen bis hin zum The Last Warrior in weiß und rot. Dicht gefolgt (wir waren im Zeitdruck) von anderen Jahrgängen. Eine Verkostung die ganz schnell Fahrt aufgenommen hatte und manche von uns auf ein vertrautes Verkostungstempo brachte. Schlussendlich hatten wir in ganz kurzer Zeit viele wunderbare Weine probiert. Emma hat in Bordeaux Weinbau studiert und den Betrieb ihres Vaters übernommen. Sie ist mit Leib und Seele Winzerin.

Dann hieß es ganz schnell Abschied nehmen und ab zum Flughafen.  
Der Abendflug brachte uns zurück nach Peking. Am nächsten Morgen hieß es von einem Teil der Gruppe Abschied nehmen und ab in den Bus und in die Region Huailai Hebei. Wir besuchten das Weingut Canaan Winery. Ein recht junges, ebenfalls komplett durchdesigntes Weingut. Der winemaker führte uns durch den sehr großen (welche Überraschung) Betrieb. Interessant in Canaan war das Experiment mit offener Vergärung roter Trauben im Holzständer nur mit einem Tuch verdeckt. Im Barriquekeller gab es dann ein Schaulaufen aller namhaften Tonnellerien aus Frankreich. In der anschließenden Verkostung waren Weine von Caanan und zwar dieses Mal kein Welschriesling sondern ein Rheinriesling und ein Cabernet Sauvignon gefolgt von 2 Cuvées vom Nachbarweingut Domain Franco Chinois.

Dann stand ein Mittagessen in einem Restaurant mit einem drehbaren runden Tisch auf dem Programm. Dieses Mal aber mit beheizten Vertiefungen in denen in großen Töpfen das Essen direkt gekocht wurde.

Self Cooking Center am Round Table
Self Cooking Center am Round Table
Food Tour mit Guide in den Hutongs (kleine Häuschen) inmitten von Beejing
Food Tour mit Guide in den Hutongs (kleine Häuschen) inmitten von Beejing

Danach gab es einen Spaziergang auf der Great Wall und am nächsten Tag volles Touristenprogramm mit Himmelstempel, Sommerpalast, Pekingente wie sie sich gehört und Verbotener Stadt. Am letzten Tag vor unserem nächtlichen Rückflug besuchten wir noch die Kunstszene und den Perlenmarkt.
Im Anschluss daran hatten wir noch eine „Food Tour“ in den Hutongs von Beejing. Auf dieser lernten wir ganz viele Minirestaurants mit tollen Spezialitäten von Nudeln, über Knödel, Barbecue, Century Eggs und Vogelnestsuppe kennen.

Verkostungsblatt Chinesisch-Englisch
Verkostungsblatt Chinesisch-Englisch

Abschließend bleibt mir zu schreiben. Es war eine sehr interessante Weinreise die mein Wissen um den Chinesischen Wein und seinen Werdegang sehr bereichert hat. Wir haben sehr viele leckere Speisen probiert, das Essen mit Stäbchen gelernt und waren beeindruckt ob der Sauberkeit in der kleinesten Garküche und insgesamt in allen großen Städten.

Die Sichtweise auf den Wein ist nach meinem Empfinden eine ganz andere wie in Europa, sprich der „alten Welt“. Viele der verkosteten Weine sind nicht für den europäischen Gaumen produziert. Der chinesische Markt scheint Weine mit wenig Säure und wenig Tannin zu bevorzugen. Für den europäischen Geschmack sind diese Weine ein wenig „dünn“. Sehr erstaunt hat uns das Preisniveau von umgerechnet 20- 60 Euro für die allereinfachsten Weine bis hin zu mehreren Hundert Euro pro Flasche. Der inländische Markt ist riesig, gemessen an der Einwohnerzahl. Leider ist uns nicht bekannt wie gut der Absatz im Land ist. Ganz wichtig für die Weinunternehmen scheint: Größe, Menge, Technik, modernstes Know-how und ganz oben: Umsatz und Gewinn.
Herzblut und Leidenschaft für den Wein, wie wir sie bei uns in nahezu jedem Weingut spüren und erleben, konnte ich ganz selten sehen. Aber China ist auf dem Weg das Gewicht mehr auf das Produkt zu verlagern, mehr Erfahrung, Wissen und Zeit in Weingarten- und Kellerarbeit zu legen. Der Weg ist beschritten, ein Anfang ist gemacht. Die Entwicklung und den Werdegang zu beobachten bleibt auf jeden Fall spannend.

Renate Liebl.

Fachverband Weinreferenten Blog
Fachverband Weinreferenten Blog

Essen in China – da geht’s rund !

Fachverband Weinreferenten Blog
Fachverband Weinreferenten Blog

Kulinarische Beobachtungen im Reich der Mitte       von Hannes Rehm

Essen spielt im Chinesischen Alltag eine zentrale Rolle. Ein ausgiebiges Frühstück, Mittagessen und Abendessen, jeweils warm und kalt, ist aus dem Tagesablauf nicht wegzudenken.
Dass bei 1,3 Mrd. Einwohnern der Chinese nicht gerne allein isst, versteht sich fast von selbst.
So speist man in der Regel im Familienkreis, unter Freunden oder Geschäftspartnern immer in der Gruppe. Und diese Gruppe versammelt sich um einen runden Tisch, in dessen Zentrum sich eine kreisförmige Scheibe befindet, zumeist maschinell oder von Hand in eine rotierende Bewegung versetzt. Eine äußerst praktische Angelegenheit ist diese Tafelrunde, denn so wird die Kommunikation durch den Blickkontakt zu allen erleichtert und jeder behält den Überblick über das Geschehen.

Auf die Kreisscheibe in der Tischmitte werden nun nach und nach einzelne Speisen platziert, und zwar mindestens so viele wie Teilnehmer um den Tisch sitzen. Von dieser Auswahl nimmt nun der Esser mit Hilfe von Löffeln oder Stäbchen etwas auf seinen Teller oder direkt in den Mund.

Bei offiziellen Anlässen sucht sich der Gastgeber einen Platz am runden Tisch aus und plaziert nach Wunsch die höchstrangigen Gäste um sich herum. Haben alle einen Platz gefunden, wird vom Gastgeber ein Toast in Form einer kleinen Rede gesprochen. Daraufhin stoßen alle mit den Gläsern an, die mit Wein, Bier oder alkoholfreien Getränken gefüllt wurden. Wird dabei allen ein „Kan bei !“ zugerufen, ist das häufig der Beginn eines Trinkfestigkeitstests, denn auf diesen Ausruf hin müssen alle Gläser „auf Ex“ leergetrunken werden. Da die Gäste in der Regel mit den Lobesreden und dem entsprechenden „Kan bei“ nicht nachstehen, artet dieses Ritual häufig in ein handfestes Trinkgelage aus.

Die chinesische Tafelrunde – ein Fest für die Sinne

Glücklicherweise lenkt die köstliche Auswahl an Speisen vom allzu häufigen Zuprosten ab und der Essensgenuss kann beginnen. Bei der Vielzahl an Gerichten gibt es keine Reihenfolge nach Vor-, Haupt- oder Nachspeise, sondern jeder nimmt sich von dem Teller, der gerade auf der Drehscheibe an ihm vorbeizieht.

Grundzutat praktisch aller Gerichte in China sind Öl, Knoblauch und Chilli, wobei letzterer je nach Dosierung für unterschiedliche Schärfegrade sorgt. Ferner sorgen mal Koriander, Cumin, Curry oder Sojasoße für die Würzrichtung der vielen Gemüse- , Nudel-, Fisch- oder Fleischgerichte. Der Vielfalt sind dabei kaum Grenzen gesetzt, wir konnten im Laufe einer Woche sicher an die hundert verschiedene Essenskombinationen genießen.

Karotten, Chinakohl, Bohnen, Pak Choy, Lauch und Sojasprossen, Bambus, Spinat, Yamswurzeln, Frühlingszwiebeln und Rettich wurden als Salat oder warmes Gemüse gereicht. In Küstennähe ist die Auswahl an Fisch und Meeresfrüchten– gegrillt, gekocht oder frittiert – fast unüberschaubar, während im Landesinneren mehr Hühner-, Lamm-, Schweine- und Rindfleisch mit unterschiedlichsten Gemüsen, Pilzen und Nüssen kombiniert werden. Dazu kommen noch Suppen und Eierspeisen, Tofu und natürlich als neutralisierender Begleiter der Reis. Neben Kartoffeln fungieren Dampfnudeln aus Hefeteig, sog. Dumplings, mit versch. Fleisch- oder Gemüsefüllungen als delikate Sattmacher. Der Gaumen des Genießers wird mit einer derartigen Vielzahl von Aromen, Texturen und Schärfegraden konfrontiert, dass die Gesprächsrunde sich häufig nur noch in einsilbigen Lauten des Wohlgefallens äußert.

Ob es Zugeständnisse an unsere europäisch geprägten Gaumen gab, was die Schärfe und Zutatenliste angeht, ist schwer zu sagen. Das Fehlen von Hund, Affe, Schlange oder Insekten auf unserem Speiseplan könnte auch auf die regionalen Unterschiede der chinesischen Provinzküchen zurückzuführen sein.
Die in Europa aktuellen Slow Food-Slogans „from head to tail“ oder „from root to flower“, die die vollständige Verwertung von Tier und Pflanze als Nahrungsmittel propagieren, wirken hier in China wie archaische Vorsätze, die man immer schon praktiziert hat. Dennoch wirken geröstete Hühnerbeine als Snack oder der im Topf dümpelnde Kopf eines Hahns mit Kamm und Schnabel auf uns seltsam befremdlich.

Den Nachtisch und Abschluss eines solchen Festessens am runden Tisch bildet neben Obst interessanterweise in den von uns besuchten Teilen Chinas immer eine Nudelsuppe, die selbst bei deutlich spürbarem Sättigungsgefühl immer noch „reinpasst“. Überhaupt stellt sich selbst nach einem üppigen Mahl kaum ein Völlegefühl ein, da jeder die Größe seiner Essensportionen selbst bestimmen kann und die Speisen auf bekömmliche Weise zubereitet werden. Zudem sorgt der ständig nachgeschenkte Getränkefluss nicht nur für angeregte Unterhaltung bei für unsere Ohren gewöhnungsbedürftiger Lautstärke, sondern fördert auf berauschende Weise eine gelingende Verdauung. „Kan bei !“        

Autor Hannes Rehm


Essen und Trinken oder Speis und Trank

Fachverband unabhängiger Weinreferenten
Fachverband unabhängiger Weinreferenten

Kurz und knackig auf den Punkt gebracht von Renate Liebl

Geht es Ihnen manchmal auch so? Da haben Sie ein tolles Essen und einen tollen Wein, aber es harmoniert nicht, fast so als wenn ein Orchester im Graben gegen die Sänger auf der Bühne spielt.
Einige Kleinigkeiten haben keine Beachtung gefunden und schon ist es ein Flop. Schade.
Hier ein paar Tips:


*Säure im Wein und Säure im Essen summieren sich unangenehm.
*Süße im Wein und Süße im Essen gehen eine sehr harmonische Beziehung ein.
*Fettreiche Speisen stehen auf Weine mit Säure. Da wirkt sie auflösend und verdauungsfördernd. *Ähnlich verhält es sich bei Tanninen (Gerbstoffe) imWein und Fett im Essen. Die beiden neutralisieren sich bis zu einem gewissen Grad.
*Säure im Wein und Süße in der Speise oder andersherum vertragen sich gut. Sie ergänzen einander und heben jeweils die Vorzüge des Anderen heraus.
*Hingegen mögen Säure im Essen und Tannin im Wein sich überhaupt nicht. Die Tannine wirken bitter. Um noch einmal auf die Musik zurückzukommen. Man hört nur noch das Orchester. Die Sänger gehen unter.
*Alkoholreiche Weine mit reichlich Säure können Gewürze in der Schärfe intensivieren. Also mit Vorsicht zu genießen. Schließlich hört man die Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte auch ohne Orchester in Wagnerlautstärke.
*Säure im Wein und reichlich Salz im Essen schaukeln sich gegenseitig hoch. Sie verhalten sich ähnlich wie Säure und Säure.
*Bitterstoffe in Speisen werden durch (vor allem junge) Gerbstoffe im Wein sehr unangenehm fast ein bißchen wie quietschende Kreide auf der Tafel.
*Röststoffe vom Braten oder Grillen gleichen herbe Tannine und Gerbstoffe im Wein ein sehr gutes Stück weit aus. Das geht auch mit jungen Rotweinen fast immer gut.
*Tannine im Wein und Süße oder Salz im Essen können gar nicht gut miteinander. Ungefähr so gegensätzlich wie ACDC und Panflöte.

 …und nun viel Vergnügen mit Essen und Wein oder Speis und Trank J. Viele Tips und Infos finden sich auf www.weinreferenten.de


Sabrieren oder eine Flasche Champagner köpfen.

Renate Liebl Diplom Sommeliere
Stillleben mit Blubber :)

Wer es erfunden hat ist nicht so ganz sicher. Man sagt es Napoleon nach. Aber schon vor Napoleon (1769-1821)  sollen französische Kavallerie Offiziere und leitende Offiziere der zaristischen Armee diesen Brauch gepflegt haben. Das „Werkzeug“ hatten sie ja immer dabei. Napoleon als großer Champagnerfan hat es auf jeden Fall bekanntgemacht.  Ein Ausspruch der ihm in Bezug auf Champagner zugeschrieben wird: „Nach dem Sieg verdienst du ihn, nach der Niederlage brauchst du ihn“

Das Wort „Sabrieren“ leitet sich aus dem französischen Wort sabre = Säbel ab. Und mit einem Säbel wird die Flasche geköpft. Heute sind die Champagnersäbel eigens dafür hergestellte stumpfe, sehr oft üppig verzierte Zierwaffen.

Das Sabrieren hat eine eigene Fangemeinde. Die Confrérie du Sabre d’Or (gegründet 1986 in der Champagne) hat inzwischen weltweit Mitglieder.

Das Sabrieren.

Renate Liebl Diplom Sommeliere
Renate Liebl Diplom Sommeliere

Wichtig ist, daß die Flasche sehr gut gekühlt ist. Ist dies der Fall, sollte die Folie vom Flaschenhals und die Agraffe auf dem Korken entfernt werden. Normalerweise hält der Korken sich dort auch ohne Agraffe. Die Flaschennaht, die sehr fein ist, sollte dann nach oben gedreht werden, so dass der Säbel entlang dieser Naht geführt werden kann. Die Flasche wird nun am ausgestreckten Unterarm nach oben geneigt. Man hält die Flasche unbedingt von sich weg und achtet darauf, daß sich niemand in Reichweite der späteren Flugbahn des Korkens befindet. Dieser steht unter 5-7 Bar Druck und kann schon mal 10-15 Meter weit fliegen. Daraufhin wird der Säbel oberhalb des Etiketts angesetzt. (Es heißt: das Beschädigen des Etiketts bringt Unglück) Nun wird der Säbel mit Schwung und wenig Kraft gegen den Glaswulst unterhalb des Korkens geschlagen. Genau dort, wo die Naht auf den Wulst trifft, befindet sich die Sollbruchstelle. Dann fliegt dieser Wulst samt Korken im hohen Bogen von der Flasche. Durch den Druck in der Flasche fliegen mit dem Korken auch die kleinen Scherben davon. Ziel ist eine glatte Bruchkante und wenig Verlust des Inhaltes.

Übung ist angeraten

Renate Liebl Diplom Sommeliere
Übung macht den Meister

Sollten Sie das Sabrieren ausprobieren wollen, dann tun Sie das zunächst am besten für sich allein und üben ein wenig. Das Sabrieren in Gesellschaft ist zwar durchaus eindrucksvoll, ein Fehlschlag allerdings ebenso und noch dazu nicht ungefährlich. Siehe Beispielbild.

 

 


Weinseminar Südafrika am 20.10.2018

Das war ein genussvolles, inspirierendes und kurzweiliges Weinseminar um dem südafrikanischen Wein auf die Spur zu kommen.
Die Weine:

2017    Chenin Blanc  Old vine    Raats Family Wines      Stellenbosch
2015    Sauvignon Blanc Reserve    Cape Point Vineyards    Cape Peninsula
2015    Sauvignon Blanc The Outillier    Jordan Wine Estate    Stellenbosch
2015    Chardonnay    Klein Constantia    Stellenbosch
2016    Chenin Blanc Courageous    Perdebergs Dry Land Collection    Swartland
2013    Cabernet Sauvignon    Sutherland (Thelema)    Elgin
2013    Renegade Red Blend (Syrah, Grenache)    Ken Forrester     Western Cape
2015    Pinotage    Kaapzicht     Stellenbosch
2013    Three Cape Ladies    Warwick    Stellenbosch

Das leckere Biltong haben wir bei BILTONG-KITCHEN eingekauft. Mit Infomaterial und Wein hat uns die WOSA bestens beraten und unterstützt.
Danke an Petra Mayer und ihr Team.

Das Leben ist zu kurz um schlechten Wein zu trinken.

Lust auf ein Wochenende mit Weinseminar?

Ein genussvolles, inspirierendes und kurzweiliges Weinseminar um dem Geheimnis guten Weines auf die Spur zu kommen.

Inhalte:

  • Von der Traube bis ins Glas. Wir reden über Herkunft, Weinbereitung, Ausbau und Qualitäten.
  • Die Probe aufs Exempel ist die Verkostung von unterschiedlichen Weinen (von trocken, feinherb bis süß, von zu warm bis zu kalt im Glas und der Vergleich Stahltank gegen Holzfass) in Kombination mit kleinen Speisen.  Sie erleben am Gaumen was gut zusammenpasst und für welchen Weintyp Ihr Herz schlägt.
  • In stilvoller Atmosphäre verkosten Sie mind. 9 feine, edle Weine aus Österreich und Deutschland. Dazu reichen wir hausgebackenes Brot, kleine Snacks und Wasser. Sie nehmen mit: Viele Sinneseindrücke, wertvolle Tipps für Ihren nächsten Weineinkauf und zur Erinnerung eine Weinmappe mit allen Informationen zum Seminar.
  • Preis: pro Person 65,00 Euro

    Im Wochenendpackage enthalten:
    Individuelle Anreise am Freitag.
    Am Samstagnachmittag nehmen Sie im Seminarraum vom Ferienhaus Küren am Weinseminar "WeinABC" für Neugierige und Einsteiger mit Dipl Sommeliere Renate Liebl teil.
    Individuelle Abreise am Sonntag.
    ..........und dazwischen genießen Sie die Peter Liebls leckere Küren Küche und alle anderen Inklusivleistungen nach Herzens Lust.

Termine 2019

       
     

 

Samstag 06.07.2019 13:30 - 16:30 Uhr Weinseminar für Einsteiger und Neugierige
       

Anfrage fürs Wochenende (2 x Übernachtung mit Halbpension und allen Küren Inklusivleistungen) plus Weinseminar

Sie möchten ein Seminar mit Freunden? Gerne unterbreiten wir Ihnen ein individuelles Angebot.